Bürgerbus sucht Fahrer

Von Joachim Möller

KELLINGHUSEN Mindestens einmal in drei Wochen sitzt Jürgen Schmidt einige Stunden hinter dem Steuer des Opel-Kleinbusses. Der 58Jährige holt die Frauen, Männer und Kinder ab, die sich zuvor für eine Fahrt mit dem Bürgerbus des Amtes Kellinghusen angemeldet haben.

„Die Menschen sind so froh, dass sie mit dem Bus endlich mobil sein können", zieht Schmidt ein Fazit der ersten neun Monate. Die derzeit zwölf Fahrer, die sich die Schichten an den Fahrtagen Dienstag, Mittwoch und Freitag teilen, haben bisher knapp 2500 Gäste befördert.

Doch sie stoßen an ihre Grenzen, auch weil das Angebot aufgrund der starken Nachfrage perspektivisch noch ausgeweitet werden soll.

„Wir haben einen guten Stamm, benötigen aber dringend weitere Fahrer und auch Personal für das Telefonteam", sagt Jürgen Rebien, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Kellinghusen, zurzeit noch Träger des Projektes.

Gesucht werden Frauen und Männer, die nicht nur fahren, sondern den oft älteren Fahrgästen

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Wir haben eine guten
Stamm, benötigen aber
dringend weitere Fahrer
und auch Personal."

Jürgen Rebien

Leiter Verwaltung

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bei Bedarf auch die Einkäufe tragen oder auch sonst behilflich sind. „Wir wollen einen sozialen

und nachbarschaftlichen Einsatz für die Bürger leisten", sagt Ulrich Kypke, Vorsitzender des Kellinghusener Seniorenbeirats, der das ehrenamtliche Bürgerbus-konzept maßgeblich mit erarbeitet hat und jetzt auch begleitet. Der Fahrereinsatz sei spannend, er bringe Menschen zusammen, wirbt Kypke. Die Arbeit koste zwar Zeit und Kraft, bringe jedoch auch Bestätigung und Kraft zurück. Für Jürgen Schmidt ist der Fahrdienst eine sinnvolle, ehrenamtliche Tätigkeit.

„Nach so einem Ehrenamt hatte ich lange gesucht", sagt der 58-Jährige, der in Hennstedt eine Praxis für Lerntherapie betreibt. Der 58- jährige ist von Anfang an dabei, „schon am ersten Tag hatte ich eine Schicht". Mittlerweile hat er viele Stammgäste, die die Fahrt mit dem Bürgerbus nicht mehr missen möchten. „Ich hatte bisher nur extrem positive Resonanzen."

Jürgen Schmidt und seine Kollegen bringen mit dem Bürgerbus „Lebensqualität und Mobilität" vor allem für ältere Bürger in alle Dörfer des Amtes. Aber auch jüngere Menschen und Kinder nutzen das kostenlose Angebot. Gern gesehen sind Spenden, die bisher schon das Benzingeld decken, freut sich Jürgen Rebien über den Erfolg. Genauso wichtig wie der Fahrdienst sei den Verantwortlichen auch die Wertschätzung für die ehrenamtlichen Mitarbeiter, betont Ulrich Kypke. Deshalb gebe es für das Bürgerbusteam monatlich ein Treffen zum Klönen, Kennenlernen und zum Austausch.

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MOBILITÄTS-PROJEKT

Dienst in fünf Schichten

Der reguläre Fahrdienst ist aufgeteilt in fünf Halbtagsschichten:

Dienstag, Mittwoch und Freitag jeweils von 8 bis 13 Uhr, hinzu kommen Dienstag und Freitag von

13 bis 18 Uhr. Fahrer können ihre Schichten auswählen, die Teamleitung erstellt dann für vier Wochen im Voraus einen Plan. Voraussetzungen für künftige Fahrer sind zum einen eine gültige Fahrerlaubnis, die halbjährlich überprüft werden muss, sowie ein fahrtauglichkeits-Check. Diese arbeitsmedizinische Untersuchung wird in Itzehoe vorgenommen, die Kosten trägt das Amt Kellinghusen als Träger. Wer das Team verstärken will, kann sich per Email melden: 

buergerbus-kelli(at)t-online.de oder abuesen(at)t-online.de 

Anmeldungen für Fahrten werden montags und donnerstags jeweils von 15 bis 17 Uhr unter 0 48 22 / 36 32 973 entgegengenommen